Tipps für die Altbausanierung

 Sie sind Besitzer eines älteres Hauses das Sie sanieren möchten. Jetzt gibt es einiges zu tun. Die Elektroinstallation ist der Oldtimer im Haus. Diese überdauert am längsten, bis nach einigen Jahrzehnten diese aus Sicherheitsgründen dringend erneuert gehört. Moderne Schutzmaßnahmen wie Schutzschalter für den Personenschutz und Geräteschutz fehlen üblicherweise. Die Klemmstellen in den Dosen sehen schwarz und verkohlt aus. Ein Zeichen dafür, das diese Klemmen zu heiß werden. Eine Brandgefahr ist kein unrealistisches Szenario mehr. Rund jedes dritte Feuer entsteht durch Elektrizität. Das Risiko einer alten Elektroinstallation ist es nicht wert. Was muss geschehen?

Muss der alte Stromzähler raus?

Ein alter Stromzähler wird bei einer Sanierung häufig erneuert. Bei einer kompletten Sanierung möchten Sie sicher den Komfort etwas erhöhen. Das könnte eine Wallbox für ein Elektroauto in der Garage sein. Oder eine neue Wärmepumpe für die Heizung. Wenn dafür mehr Platz im Zählerschrank notwendig wird, muss dieser in der Regel erneuert werden. Moderne Zählerschränke werden heute mit ausreichend Platzreserve ausgestattet. Egal ob es eine Photovoltaik auf dem Dach ist, oder die Ladestation für das Auto, oder etwas anderes. Ein neuer Zählerschrank soll alle diese möglichen Fälle abdecken können. Für die richtige Auswahl des Zählerschrankes ist Ihr Elektriker der Spezialist. Denn er weiß, wie ein Zählerschrank normgerecht nach den Anforderungen des Netzbetreibers auszusehen hat.

 

Rufen Sie am besten einen Elektriker, der folgendes besichtigt. Den Dachständer oder Hausanschlusskasten im Keller. Das Kabel zwischen dem Hausanschluss und dem Zähler. Den alten Zählerschrank und die alten Schutzschalter. Die Erdungsanlage und den Potentialausgleich. Sind Mängel vorhanden, muss hier der Elektriker heran, um die Elektroinstallation zu erneuern.

 

Noch ein Tipp: Viele Elektroarbeiten in Ihrem Haus darf nur der beim Netzbetreiber eingetragene Elektroinstallateur ausführen. Erkundigen Sie sich vor Vergabe von Sanierungsaufträgen an einen Elektriker, ob dieser die entsprechende Eintragung dafür besitzt.

 

Wann muss die Elektroinstallation erneuert werden?

Ein Szenario das jeder Elektriker kennt. Eine besorgte Familie wünscht sich für seine Kinder mehr Schutz. Der Wunsch ist es, moderne Schutzschalter für Bad oder Kinderzimmer installieren zu lassen. Früher gab es diese noch nicht oder der Einbau war noch keine Vorschrift. Der Elektriker versucht es, und es funktioniert nicht. Die alten Kabel funktionieren mit dem neuen Schutzschalter nicht. Das kann daran liegen, das die alten Kabel keinen Schutzleiter haben. Oder daran, das diese brüchig und kaputt sind. Der Schutzschalter schaltet den Stromkreis sofort ab und der Einbau klappt nicht.

 

Wenn dies passiert oder Sie folgendes sehen, ist ein Austausch der alten Elektroinstallation ratsam. Es sind noch Kabel ohne Schutzleiter (grün-gelbe Einzelader) vorhanden. Sie finden Metallrohre mit darin verlegten Einzeladern vor. Im Putz liegen flache Leitungen mit wenig Isolation (Stegleitung). Das Baujahr des Gebäudes ist 1979 oder älter. In diesen Fällen finden sich bei einem E-Check in der Regel Sicherheitsmängel. Ist das Gebäude jünger, kann der Elektriker mit speziellen Messgeräten prüfen, ob noch alle Kabel funktionieren.

 

Wieviel Stromkreise werden benötigt?

Ein Stromkreis für Steckdosen und Beleuchtung pro Raum sollte der Elektriker verlegen. Es können problemlos mehrere Steckdosen an einem Stromkreis angeschlossen sein. Allerdings sind diese Steckdosen nur für kleinere Elektrogeräte geeignet. Planen Sie eine Elektroheizung (Wandkonvektor) in dem Raum, benötigt diese einen eigenen Stromkreis. Dies gilt für alle Stromkreise der Elektroinstallation, die größere Geräte versorgen. Elektroherd, Mikrowelle, Dampfgarer, Geschirrspüler, Waschmaschine, Wäschetrockner, Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer gehören dazu. Ebenso wie die Ladestation für ein Elektrofahrzeug. Für Kühlschränke und Tiefkühltruhen haben sich separate Stromkreise bewährt.

 

Empfohlene Anzahl von Steckdosen und Stromkreisen
Empfohlene Anzahl von Steckdosen und Stromkreisen

Wo benötige ich Steckdosen?

Für die Elektroinstallation planen Sie an jedem Wandabschnitt im Raum eine Doppelsteckdose ein. Bei Arbeitsflächen in Küchen oder dem Multimediacenter im Wohnzimmer dürfen es mehr sein. Natürlich gehören Steckdosen neben den Betten und neben Netzwerk- oder Fernsehanschlüssen. Steckdosen am Ablageplatz für Smartphone und Tablet sind ebenfalls nützlich. In der Garage, am Carport, im Garten oder auf der Terrasse sollten ausreichend Steckdosen vorhanden sein. Sind diese im Aussenbereich frei zugänglich, sollte der Elektriker diese von innen abschaltbar installieren. So erhalten Sie eine topmoderne Elektroinstallation.

Das Heimnetzwerk nur über WLAN?

Benötigen wir bald keine Kabel mehr? Geht alles über WLAN? Jeder hat dazu seine eigene Meinung. Wir meinen, Funk- und Kabel sind kein Widerspruch zueinander. Ein verlegtes Kabel ist eine solide Lösung, die jahrelang zuverlässig funktionieren wird. Die Elektroinstallation, ob Energie-, Telefon- oder Datenkabel erfüllt Jahrzehnte ihren Zweck. Nutzen Sie die Gunst der Stunde und lassen Sie vom Elektriker Daten- oder Multimediakabel verlegen.

 

Videos über Netflix, Amazon oder anderen Diensten zu sehen, ist heute selbstverständlich. Je nach abgeschlossenen Abonnement lassen sich mehrere Filme in HD Qualität gleichzeitig ansehen. Ob im Partyraum im Keller, im Kinderzimmer oder im Wohnzimmer. Werden die Videos von Netflix & Co abgerufen, ist ein schnelles Datenkabel hilfreich.

 

Überall dort, wo Sie Fernseher, Musikgeräte oder PC`s aufstellen wollen, ist ein Netzwerkanschluss sinnvoll. Die Türsprechstelle sollte heute ebenfalls eines bekommen. Möchten Sie im ganzen Haus zusätzlich mit WLAN versorgt sein, ist auf jeder Etage ein Anschluss für ein Access-Point kein Fehler. Inzwischen können sich Tiefkühltruhen in das WLAN einbuchen. Leider stehen diese gern im Keller, dort wo die WLAN Abdeckung nicht immer optimal ist. Der Zählerschrank im Keller sollte ohnehin Anschluss am Netzwerk haben. Und falls Sie später eine Videokamera im Eingangsbereich installieren möchten, sollte der Elektriker jetzt das Datenkabel dafür verlegen.

Was kostet eine Elektroinstallation?

Was kostet eine neue Elektrik im Altbau? Die Kosten für die Elektroinstallation beginnen bei ca. 30 - 40 EUR pro Quadratmeter (inkl. MwSt). Die Kosten sind vom gewünschten Ausstattungsumfang abhängig. Zusätzlich zu berücksichtigen ist die eventuell notwendige Erneuerung von Hausanschluss und Zählerschrank.

Kosten sparen durch Eigenleistungen

Aus Sicherheitsgründen ist die Installation von elektrischen Anlagen nur den zugelassenen Elektrofachbetrieben erlaubt. Um das sicher zu stellen, können nur bei dem Netzbetreiber eingetragenen Elektrofachbetriebe eine elektrische Anlage dort anmelden. Damit übernimmt der Elektrofachbetrieb auch eine umfangreiche Haftung. Das ist der Grund, weshalb es schwer ist, einen Elektriker für eine Anmeldung zu finden, wenn die Elektroinstallation privat in Eigenleistung ausgeführt worde. Dennoch gibt es Möglichkeiten mit Eigenleistungen Kosten zu sparen. Das Wichtigste wäre, sich einen Elektrofachbetrieb zu suchen, bevor man anfängt. In Absprache mit dem Elektriker sind in der Elektroinstallation einige Eigenleistungen möglich. Der Elektriker kann stundenweise die Arbeit begleiten. Alle Anschlussarbeiten von Kabel und Leitungen, sowie deren Prüfungen gehören allerdings in die Hände des Elektrikers.