Stromkabel angebohrt - was tun?

Ob ein Bild aufgehängt werden soll oder ein Küchenschrank an der Wand befestigt wird. Ein Stromkabel angebohrt, ist schnell passiert. Zunächst bleibt zu hoffen, dass niemanden dabei etwas passiert ist. Bei einer aktuellen Elektroinstallation, ist ein Fehlerstromschutzschalter vorhanden. Dieser schaltet in den meisten Fällen den Stromkreis sehr schnell ab. Falls Sie nicht sicher sind, ob der Stromkreis abgeschaltet wurde, prüfen Sie einmal den Sicherungsverteiler. Ein ausgeschalteter Fehlerstromschutzschalter ist leicht zu sehen. Ist das Stromkabel angebohrt, sollte man Vorsicht walten lassen und einen Elektriker in der Nähe rufen, der schnell bei Ihnen ist.


Stromkabel angebohrt, was ist beschädigt?

Zunächst wäre zu klären, was ist beim Stromkabel anbohren beschädigt worden. Verschiedene Einzeladern in dem Stromkabel haben verschiedene Funktionen.

 

Die spannungsführende Einzelader (dessen Berührung ist lebensgefährlich) kann nun direkten Kontakt mit anderen Einzeladern haben, weil die Isolierung von allen beschädigt wurde. Dadurch wird der Stromkreis durch den Fehlerstromschutzschalter oder Leitungsschutzschalter abgeschaltet. Solange der Fehler besteht, lässt sich der Stromkreis nicht mehr einschalten.

 

Der Schutzleiter könnte durchtrennt worden sein. Der Stromkreis schaltet nicht ab, aber die Schutzfunktion von dem Leitungsschutzschalter ist nicht mehr gegeben. Die Funktion des Fehlerstromschutzschalters ist beeinträchtigt. Sie bemerken den Fehler nicht, da der Stromkreis nicht abgeschaltet wird. Dieser Fehler lässt sich nur durch einen E-Check feststellen, bei dem der Stromkreis mit Messgeräten überprüft wird.

 

Der sogenannte Neutralleiter wird durchtrennt. Der Stromkreis bleibt eingeschaltet, aber die elektrischen Geräte funktionieren nicht mehr. Sollten Sie selbst zum Spannungsprüfer greifen, seien Sie vorsichtig. Ist der Neutralleiter oder Schutzleiter unterbrochen, messen Sie keine Spannung, obwohl immer noch lebensgefährliche 230 Volt vorhanden sind.

 

Die Isolierung der Einzeladern wird nur teilweise beschädigt. Der Fehlerstromschutzschalter schaltet den Stromkreis nur sporadisch ab. Solche Fehler sind die unangenehmsten. Sie treten vielleicht erst lange nachdem Sie in die Wand gebohrt haben auf. Daran zu denken und einen Zusammenhang herzustellen, fällt nicht leicht.

 

Kabel reparieren mit Muffe. Funktioniert nur, wenn man genug Platz hat.


Wie kann man ein Stromleitung reparieren?

Die Reparatur ist möglich, aber es wird etwas Schmutz verursachen. Der Elektriker wird sich den Schaden ansehen, und Ihnen dann einen Vorschlag für die Reparatur machen. Eine Möglichkeit ist es, an der Stelle, an der das Stromkabel angebohrt wurde eine Klemmendose in die Wand einzuarbeiten. Dazu muss die Wand aufgestemmt werden. Das Stromkabel wird geschnitten und anschließend wieder in der Klemmendose miteinander verbunden.

 

Falls dies nicht möglich ist, ist alternativ eine „Muffe“ möglich. Zu diesem Zweck muss allerdings die Wand von der Schadensstelle bis zur Steckdose oder Geräteanschluss aufgestemmt werden. An der Stelle, an dem das Stromkabel angebohrt wurde, wird dann ein neues Kabel mit einer Muffe verbunden. Anschließend lässt sich alles wieder in der Wand mit Mineralputz verschließen.

 

Kann an der Stelle mit dem beschädigten Stromkabel eine Klemmendose auf die Wand montiert werden (zum Beispiel in Keller- oder Nebenräumen), wird die Wand nur wenig aufgestemmt. Die Kabelenden heraus gebogen, in die Klemmendose eingeführt und dort wieder verbunden.

 

Falls das beschädigte Stromkabel Steckdosen versorgt, die nicht unbedingt erforderlich sind, kann der Stromkreis auch stillgelegt werden. Dazu wird das Stromkabel in der Verteilung abgeklemmt und deutlich gekennzeichnet.

 

Lässt sich das Stromkabel an der Schadensstelle nicht reparieren, muss eventuell die Zuleitung ein Stück neu bis zur Steckdose verlegt werden. Mit etwas Arbeit ist das unter Putz möglich. Oder man verlegt das Stromkabel auf der Wand mit einem Kabelkanal. Bei der nächsten Renovierung kann das Stromkabel dann unter Putz verlegt werden.

 

Ist eine Schalterleitung beschädigt, kann man auch prüfen ob der Schalter gegen ein Funk-Wandsender getauscht wird. Allerdings muss dann bei dem Verbrauchsmittel auch ein Funkempfänger installiert werden.


Wie lassen sich angebohrte Stromkabel vermeiden?

Natürlich wäre es schön, die unter Putz liegenden Stromkabel zu finden, bevor man zu Bohrmaschine greift. Im Handel werden dazu Leitungssucher angeboten, die das Auffinden von Stromkabel, Wasserrohre oder Metall in Wänden erleichtern soll. Bezogen auf Stromkabel, haben wir jedoch noch keinen Leitungssucher gefunden, der das mit hinreichender Genauigkeit schafft. Das heißt, auch bei Leitungssucher verbleibt ein Restrisiko ein Stromkabel zu beschädigen.

 

In wichtigen Fällen, kann der Elektriker in der Elektroverteilung ein Signal auf die spannungslosen Stromkabel einkoppeln. Mit entsprechenden Empfangsgeräten kann dann eine Wand abgetastet werden und etwas genauer der Leitungsverlauf festgestellt werden.

 

Am häufigsten verlässt sich der Handwerker auf seine Erfahrung. Durch Besichtigen der Wand mit seiner Installation, wenn möglich auch von der Rückseite, lässt sich eingrenzen, an welchen Stellen das Risiko ein Stromkabel zu beschädigen am geringsten ist.

 

Es gibt für die Verlegung der Stromkabel Installationszonen. Nur gibt es keine absolute Sicherheit, das diese auch eingehalten worden. Falls Sie gerade selbst bauen, gilt der Tipp: Alle Strom- und andere Versorgungsleitungen fotografieren, die in Wänden, Böden und Decken verschwinden oder in einen Installationsplan eintragen. Nur mit einer solchen Dokumentation, kann man auch nach vielen Jahren genau bestimmen, wie die Versorgungsleitungen verlegt sind.